Orchestermanager Benedikt Fohr (Foto: Kim Hyung Jae)

DRP-Orchestermanager Benedikt Fohr wechselt im April nach Hongkong

 
Orchestermanager Benedikt Fohr verlässt die DRP
Audio [SR 2, Steffen Kolodziej, 13.12.2018, Länge: 06:11 Min.]
Orchestermanager Benedikt Fohr verlässt die DRP


Nach zwölf intensiven und sehr erfolgreichen Jahren bei und mit der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern von SR und SWR verlässt Orchestermanager Benedikt Fohr Ende März das Orchester und nimmt eine neue Herausforderung im Ausland an: Ab April 2019 wird er Chief Executive beim Hongkong Philharmonic Orchestra. Der Vertrag mit dem SR wird im gegenseitigen Einvernehmen vorzeitig beendet.

Der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Professor Thomas Kleist, gratulierte Benedikt Fohr zur neuen Aufgabe und würdigte sein bisheriges Tun bei der DRP: „Wir verdanken Benedikt Fohr ein großartiges Dutzend Jahre des Aufbaus und der Ausrichtung unseres noch jungen Klangkörpers als ein Orchester von Spitzenrang, das durch seine strategische Pionierarbeit zum wichtigen Kulturbotschafter des Saarlandes und der Großregion wurde. Fohr legte zusammen mit den jeweiligen Chefdirigenten Christoph Poppen, Karel Mark Chichon und aktuell Pietari Inkinen großen Wert darauf, dass das Orchester ein breites Repertoire anbietet; wichtig war ihm auch die zeitgenössische Musik mit der Komponistenwerkstatt und zahlreichen Auftragskompositionen. Die junge und ganz junge Zielgruppe behielt Fohr mit der DRP im Blick, etwa in der Musikvermittlung `Klassik macht Schule´ mit Reihen wie `Musik für junge Ohren´ oder den zahlreichen Konzerten für Schulklassen. Über 50 CDs wurden in den vergangenen Jahren vom Orchester produziert und veröffentlicht. So hat Benedikt Fohr das fusionierte Orchester zu einem internationalen Aushängeschild gemacht. Seine Berufung nach Hong Kong ist ein Ritterschlag für seine Arbeit und damit auch für unsere Deutsche Radio Philharmonie.“

Benedikt Fohr war es wichtig, das Orchester am Puls der Zeit zu halten, dazu zählte auch die Unterstützung von Initiativen wie „SR1 Premium Live“ mit Amy MacDonald, der Aufbau eines Facebook und YouTube-Auftritts des Orchesters oder der Flashmob mit dem Deutsch-Französischen Gymnasium. Er pflegte einen intensiven Austausch mit den örtlichen Kulturinstitutionen wie beispielsweise dem Kulturamt in Kaiserslautern, der Hochschule für Musik Saar und den Internationalen Musikfestspielen. „So traurig es ist, dass dieser sympathische und hoch angesehene Manager uns jetzt verlässt, so großartig ist dieses tolle Angebot für ihn und seine Karriere“, sagte Peter Boudgoust, Intendant des Südwestrundfunks (SWR).

Simone Schelberg, als Landesfunkhausdirektorin des SWR in Mainz, SWR-seitig zuständig für die DRP, bedauert, einen gleichermaßen persönlich wie professionell angenehmen wie sympathischen Kollegen zu verlieren.

SR-Hörfunkdirektor Martin Grasmück blickt auf eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Benedikt Fohr zurück: „Sehr gerne hätte ich diese fortgesetzt, und natürlich bin ich entsprechend traurig über seinen Weggang. Zugleich freue ich mich für Benedikt Fohr, dass sich sein Wunsch nach einer neuen Herausforderung erfüllt hat.“

Benedikt Fohr selbst sagt zu seinem Wechsel: „Es ist für mich der richtige Zeitpunkt noch einmal etwas Neues zu beginnen. Ich verabschiede mich von einem qualitativ hervorragenden und organisatorisch gut aufgestellten Orchester, das der Unterstützung der beiden Sender SR und SWR immer sicher sein konnte. Nach wunderbaren Jahren in Saarbrücken und Kaiserslautern bin ich nun sehr neugierig auf die Metropole Hong Kong, die natürlich in vielfacher Hinsicht im drastischen Gegensatz zu den hiesigen Verhältnissen steht.“

Benedikt Fohr (55), 1963 geboren in Freiburg im Breisgau, Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim, 1989 Abschluss zum Diplomkaufmann. Nach Stationen in Freiburg (Geschäftsführer des ensemble recherche), Salzburg (Generalsekretär der Camerata Salzburg) und Luxemburg (Generaldirektor des Orchestre Philharmonique du Luxembourg) wird er 2006 Orchestermanager des Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken des Saarländischen Rundfunks. Ab 2007 trägt er als Orchestermanager die Verantwortung für die Fusion des Orchesters mit dem Rundfunkorchester Kaiserslautern des SWR zur Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern. Heute prägt das Orchester mit seinen rund 80 Konzerten und Produktionen das Musikleben der ganzen Region – am nachhaltigsten im Einzugsbereich der Orchesterstandorte Saarbrücken und Kaiserslautern - darüber hinaus aber auch im grenznahen Frankreich sowie in Mainz, Karlsruhe und Mannheim. Tourneen führten in den vergangenen Jahren in die Schweiz, nach Polen, China und Japan; regelmäßig ist das Orchester in Südkorea zu Gast.



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