"Wenn wir Musik machen, merkt man überhaupt nicht wo wir herkommen!"

Diversity Day am 26. Mai

  26.05.2020 | 09:00 Uhr
Die internationale Vielfalt der Deutschen Radio Philharmonie
Audio [SR 2, Denise Dreyer, 26.05.2020, Länge: 04:13 Min.]
Die internationale Vielfalt der Deutschen Radio Philharmonie
In der Deutschen Radio Philharmonie spielen zurzeit Musikerinnen und Musiker aus 16 Nationen. Chefdirigent ist beispielsweise der Finne Pietari Inkinen. Zum Diversity-Tag am 26. Mai hat sich SR-Reporterin Denise Dreyer mit einigen der Zugereisten darüber unterhalten, welche Hürden sie nehmen mussten, um in diesen Kreis der Virtuosen aufgenommen zu werden.

Musik kennt keine Grenzen. Vielfalt und Teilhabe stecken in der DNA der Musik schlechthin. Auch Landesgrenzen, die Musiker daran gehindert hätten, in vielen Ländern der Erde zu spielen und zu singen, gibt es nicht. Der Austausch in der Musikbranche war immer ein internationaler gewesen.

Schon Leopold Mozart, der Vater von Wolfgang Amadeus und seiner Schwester Maria Anna, reiste mit seinen Kindern nach Italien und Frankreich, wo sie für ihre Talente größte Bewunderung erhielten. Auch Joseph Haydn verbrachte viele Monate in London und wurde dort gefeiert. Der in Halle geborene Georg Friedrich Händel verbachte den größten Teil seines Lebens ebenfalls in London und war dort einer der erfolgreichsten Musiker seiner Zeit überhaupt - ungeachtet seiner Herkunft aus Deutschland.

Heute ist die Musikwelt auf Grund der Reisebedingungen – wenn gerade nicht Corona sie einschränkt – internationaler denn je. Musiker*innen spielen auf allen Podien dieser Welt ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer geographischen Herkunft etc.. Die „me too“ – Debatte wurde aufgegriffen, ernst genommen, und es wurden Konsequenzen daraus gezogen. Frauen finden sich inzwischen fast schon selbstverständlich an Dirigentenpulten – inzwischen auch vermehrt auf Chefpositionen - , die bis noch vor Kurzem eine Domäne der Männer waren.

Es ist großartig, dass auch das Kollektiv der Deutschen Radio Philharmonie eine große Vielfalt abbildet und für Weltoffenheit und Toleranz einsteht. Was zählt, ist die künstlerische Leistung, ohne jede Quote. Und großartig, dass der Saarländische Rundfunk und der Südwestrundfunk  hinter diesem Orchester in seiner Vielfalt uneingeschränkt stehen.

In der Deutschen Radio Philharmonie spielen 32 Musiker*innen, deren Herkunftsland nicht Deutschland ist, also rund ein Drittel! Sie kommen aus 16 verschiedenen Ländern:

Ermir Abeshi - Albanien 

Dora Bratchkova - Bulgarien 

Xiangzi Cao - China 

Jacek Gebka - Polen 

Nathalie Romaniuc - Rumänien

Johannes Kiefer - Russland 

Malgorzata Zagozdzon - Polen 

Lada Bronina - Russland 

Carlos Kimpel - Chile 

Aleksandra Kowalska - Polen 

Jieming Li - China 

Radegrund Stoeklin - Schweiz 

Slawomir Wojtysiak - Polen 

Justyna Sikorska - Polen 

David Kapchiev - Frankreich 

Yulia Smirnova - Russland 

Anatoli Wiedmann - Russland 

Teodor Rusu - Rumänien

Adnana Rivinius - Rumänien

Min-Jung Suh-Neubert - Korea 

Grigory Mordashov - Russland 

Vilmantas Kaliunas - Litauen 

Zeynep Ayaydinli - Türkei

Xiaoming Han - China

Benoît Gausse - Frankreich 

Margreth Nußdorfer - Österreich

Robert Neumair - Italien

Guilhem Kusnierek - Frankreich 

Kris Garfitt - England 

Stefan Kluftinger - Schweiz

David Polkinhorn - England 

Marta Marinelli - Italien 

und last but not least: Chefdirigent Pietari stammt aus Finnland!

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