Der spanische Dirigent Josep Pons ist der Deutschen Radio Philharmonie (DRP) bzw. ihrem Vorgängerorchester, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken bereits seit 2006 verbunden. Seit der Spielzeit 2025/26 ist er Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der DRP. Gemeinsam mit ihr verfolgt er eine mehrjährige künstlerische Programmlinie unter dem Titel „Visions of Europe“, die europäische Identität aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. In der aktuellen Spielzeit richtet sich sein Blick auf die kulturellen Wurzeln Europas. Weitere Höhepunkte der Spielzeit 2026/27 sind eine Spanien-Tournee mit der DRP, Konzerte mit dem Polish National Radio Symphony Orchestra, dem Teatro Nacional São Carlos, dem National Taiwan Symphony Orchestra und dem China National Symphony Orchestra sowie neue Opernproduktionen am Gran Teatre del Liceu.
Von 2012 bis 2026 war Josep Pons Generalmusikdirektor des Gran Teatre del Liceu in Barcelona. Zuvor war er von 2003 bis 2012 künstlerischer Leiter beim Orquesta y Coro Nacionales de España, deren Ehrendirektor er heute ist. Darüber hinaus war Pons Chefdirigent des Orquesta Ciudad de Granada und ist Gründer des Orquestra de Cambra Teatre Lliure sowie des katalanischen Jugendorchesters JONC. 1992 war er musikalischer Leiter der Zeremonien bei den Olympischen Spielen in Barcelona.
Seine Diskographie umfasst mehr als 50 CDs und DVDs und wurde mit zahlreichen Preisen bedacht, wie dem Echo Klassik Award oder dem Grammy. Für seine Verdienste um die Musik des 20. Jahrhunderts wurde Josep Pons unter anderem mit dem „Nationalen Musikpreis“ des spanischen Kulturministeriums ausgezeichnet. 2019 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Autonomen Universität Barcelona verliehen. Außerdem wurde er 2024 bei den Premios Ópera XXI 2024 seine Interpretation von Wagners „Parsifal“ als bester Musikdirektor ausgezeichnet und ist außerplanmäßiger Professor an der Königlichen Katalanischen Akademie der Schönen Künste von Sant Jordi.
Im Laufe seiner Karriere hat Josep Pons enge Beziehungen zu den meisten großen europäischen Orchestern aufgebaut, darunter das Orchestre de Paris und das BBC Symphony Orchestra, mit dem er dreimal bei den BBC Proms aufgetreten ist, das Gewandhausorchester Leipzig, das Orchestre du Capitole de Toulouse und das Orchestre Philharmonique de Montecarlo.
Seine musikalische Ausbildung begann Josep Pons an der Escolania de Montserrat. Die jahrhundertealte Tradition dieses Knabenchors und das intensive Studium sowohl der Polyphonie als auch der zeitgenössischen Musik an dieser Institution hatten einen großen Einfluss auf seine weitere musikalische und intellektuelle Entwicklung. Ab seinem 12. Lebensjahr erhielt er dort auch Orgelunterricht.
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